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Den Opfern jüdischen Glaubens zum Gedenken, den Lebenden zur Mahnung
Mahnmal-Projekt-Leimen
Bericht vom 30.Mai 2011

Mahnmal-Projekt Leimen erhielt Besuch aus New York

Wie jeden Samstag seit dem Monat März, so arbeiteten auch am 21.Mai 2011 die drei Schülerinnen der Geschwister-Scholl-Schule St.Ilgen (Katharina Belman, Anastasia Gammermajster und Sabina Kinderknecht) zusammen mit ihrem betreuenden Lehrer Martin Delfosse an dem zweiten Stein zum Gedenken an die vier Leimener Bürger, die am 22.Oktober 1940 nach Gurs verschleppt wurden.

Doch dieses Mal hatte sich kurzfristig Besuch aus Amerika angekündigt. Die Nachfahren der Deportierten, die gerade auf einem Treffen ehemaliger jüdischer Bürgerinnen und Bürger in Heidelberg  weilten, wollten die drei jungen Damen vor Ort persönlich kennen lernen und sich den in Arbeit befindlichen Gedenkstein für ihre aus Leimen verschleppten Urgroßeltern Hugo und Karolina Mayer anschauen. Und so traf man sich bei der Werkstatt von Steinmetz Udo Baumgärtner in Leimen, wo der Stein steht.

Von Beginn an war die Begegnung von großer Herzlichkeit und großem Interesse füreinander geprägt. Zunächst wurden die drei Schülerinnen und ihr Lehrer mit Mitbringseln aus New York beschenkt, ehe dann ein intensiver Austausch über das Mahnmal-Projekt begann.



Katharina Belman stand in englischer Sprache Rede und Antwort zum Ablauf dieses ökumenischen Jugendprojektes, das beinahe schon beendet gewesen wäre, ehe es überhaupt hätte anfangen können, da die Jugendlichen vom Stadtarchiv Leimen keine Informationen zur Ortsgeschichte Leimens von 1933-1945 erhielten. Zum Glück konnten die Nachfahren von Hugo und Karolina Mayer in Amerika ausfindig gemacht werden und ... am 27.Januar 2010, dem Holocaust-Gedenktag, gelang die erste Kontaktaufnahme. Die Jugendlichen erhielten Briefe von Hugo und Karolina Mayer aus Leimen von 1939 und Briefe von 1940-1942 aus den Lagern Gurs und Noe. Damit hatten die Schülerinnen genügend Material, um auch eine öffentliche Informationsveranstaltung durchführen zu können, die dann mit Unterstützung der Stadt Leimen und mit Beteiligung von Oberbürgermeister Wolfgang Ernst am 15.Juni 2010 stattfand. Es folgte die Anfertigung des ersten Gedenksteines, der in der zentralen Gedenkstätte Neckarzimmern am 17.Oktober 2010 eingeweiht wurde.

Nach diesen Einblicken in die Abfolge des Mahnmal-Projektes in Leimen begannen die Nachfahren Erinnerungen wiederzugeben, die sie von ihren Großeltern erzählt bekommen haben. Darunter waren Details zur Flucht ihrer Großeltern, denn zwei Kinder von Hugo und Karolina Mayer, nämlich Gustav und Friedel, konnten 1937 nach Amerika und das dritte Kind, Kurt Mayer, 1939 nach England auswandern. Seit dem Tod von Kurt Mayer im Jahre 2008 besitzt nun die (Stief-)Urenkelin von Hugo und Karolina Mayer alle deren Briefe aus Leimen, sowie den Lagern Gurs und Noe.

Im Anschluss an diesen ersten Austausch wurde das Gespräch bei Kaffee, Kuchen und Eis auf dem Leimener Georgi-Marktplatz fortgesetzt. Dank des sehr guten Englisch der Schulleiterin Frau Stöckermann-Borst und der Englischlehrerin Frau Schulze klappte die Kommunikation weiterhin reibungslos. Zum Schluss wurden die Mail-Adressen ausgetauscht und einige Erinnerungsfotos gemacht.



Mit großer Bewunderung und Dankbarkeit für dieses ehrenamtliche Engagement der drei Jugendlichen über die Dauer von nun schon eineinhalb Jahren verabschiedeten sich die Gäste. Man versprach miteinander in Kontakt zu bleiben. Vor allem interessiert den Besuch aus New York, an welcher Stelle in Leimen zukünftig das Mahnmal zum Gedenken an die Deportation von Hugo und Karolina Mayer seinen Platz finden wird. Übereinstimmend äußerten alle die Hoffnung, dass es ein zentraler Platz in Leimen sein wird, als deutliches Zeichen der Erinnerung gegen das Vergessen.

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